|  |  |  | BRAVO-RUFE FÜR BERHEIDE „Den größten Erfolg des Abends konnte der gerademal 29-jährige Berheide verbuchen, der für die Uraufführung seiner Sinfonie 'Seines Inneren Wildnis' mit lang anhaltendem Applaus und Bravo-Rufen gefeiert wurde. Berheide, der hier Texte aus Rilkes „Duineser Elegien“ in orchestrale Zusammenhänge gesetzt hat, gelingt es eindrucksvoll, immer den großen musikalischen Bogen im Auge zu behalten und gleichzeitig mit schon fast mikroskopischer Genauigkeit in die Tiefen und Verästelungen des Textes vorzustoßen. Berheide versteht es meisterlich, für diesen gigantischen philharmonischen Apparat zu komponieren und beeindruckt mit einer großen, klanglichen Phantasie. Wie er hier größere formale Abläufe und für die Singstimme komponiert, lässt ahnen, welch ein Opernkomponist in Berheide schlummern könnte." (Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 5.3.2010) ZEITGENÖSSISCHE MUSIK VON BETÖRENDER SCHÖNHEIT "Wie Henze scheut sich auch der 1980 geborene Komponist Hauke Berheide nicht davor, zeitgenössische Musik mit Attributen ästhetischer Schönheit auszustatten. In seiner Sinfonie für Mezzosopran und Orchester „Seines Inneren Wildnis“ nach Texten von Rainer Maria Rilke gleißt und schimmert es über weite Strecken so sinnlich betörend, als hätten Zemlinsky und Mahler Pate gestanden. Dass das Werk nicht in puren neoromantischen Weltschmerz abgleitet, verhindert Berheide durch eine virtuos geführte und erstaunlich versierte Orchesterbehandlung, die auch die pessimistischen Seiten der ausgewählten Texte aus Rilkes „Duineser Elegien“ zu ihrem Recht kommen lässt. Nach einer geräuschhaften Einleitung entfaltet sich ein Klangteppich von großer Sogwirkung, auf dem sich Annette Seiltgen von der Deutschen Oper am Rhein nahezu mühelos in weitgeschwungenen Kantilenen ergehen kann."(Neue Ruhr Zeitung, 6.3.2010)
SCHUMANN-HENZE-BERHEIDE "Nach der Pause folgte der opulente Hauptgang: die mit Spannung erwartete Uraufführung der 'Sinfonie für Mezzosopran und Orchester' mit dem Programmtitel 'Seines Inneren Wildnis'. [...] Diese von den Duisburger Philharmonikern hervorragend begleitete "Wanderung durch eine innere Landschaft mit musikalischen Orten" stand definitiv zu recht an prominenter Stelle in diesem zeitgenössisch durchfluteten Hörabenteuer der besonderen Art.Schumann - Henze - Berheide! [...] "(Rheinische Post, 6.3.2010)
"[...] seine Kammermusikwerke trumpfen selten auf und suchen selten den Effekt. Vielmehr hören wir die Musik eines Ensembles miteinander sprechen . mit Hilfe ihrer Instrumente. Hauke Berheides zweites Streichquartett erfüllt Goethes Maßstab, den dieser durch Haydns Werke gewann. [...] In "Ins Innige Schlafen" allerdings sprechen die vier nicht jeden Gedanken zu Ende. Gesprächsfetzen lösen einander ab, Diskussionen wechseln mit Nachdenklichkeit - ein Streichquartett vermittelt Kommunikation pur. Das "Auryn Quartett" ließ mit diesem Werk im November 2007 bei den Kasseler Musiktagen aufhorchen." (aus der Laudation zur Verleihung des Förderpreises des Landes NRW 2008)
ROADMOVIE MIT FILMRISSEN "Ein 'Schlimmes Ende' nimmt die Umsetzung des gleichnamigen Buches auf der Bühne nicht. Aber auch kein einfaches. [...] Für Kinder ist normalerweise nichts so langweilig wie erwachsen zu werden. Aber was ist schon normal. Hier absolut-überhaupt-gar-nie-nichts: Die Erwachsenen sind komplett wahnsinnig, die Welt ist mal ein Irren- und mal ein Waisenhaus, die Pistole ist von Pappe und die Hauptperson Eddie Dickens eine Puppe. Unter und über dieser Geschichte, in der es drunter und drüber und kreuz und quer und auf und ab geht als wickele sich eine Achterbahn um die eigene Achse, liegt eine Art Filmmusik, die sich sehen lassen kann, weil sie direkt vor dem Publikum von zwei Musikern gemacht wird. Die begleiten jeden Filmriss - und davon gibt's in dieser schrägen Roadmovie-Geschichte eine Menge - mit einer Mischung aus konzertantem und kakophonischem Geräusch. Die Bühne bilden ein Vorhang und ein schief gezimmertes Kisten-Gerüst, dafür explodieren Kostüme und Requisiten in Form und Farbe. Zwei Musiker, zwei Schauspieler und ein Puppenspieler lassen die Puppen tanzen, schlüpfen in Charaktere und fallen aus der Rolle. Sich zu wundern bringt hier nichts, denn alles ist möglich in der schnell erzählten Geschichte, die doch so viele unter die Haut gehende Phantasie-Pikser hat, dass man sie unmöglich ganz in wenige Worte fassen kann." (Neue Ruhrzeitung, 12.10.2008 )
DIE BEFREIUNG VOM KINDERMÄDCHEN "Denn was das Düsseldorfer Theater Kontra-Punkt im Malersaal zur Welturaufführung brachte, dürfte pfiffigen Kids aus dem Vorschulkindergarten mindestens ebensoviel Spaß machen wie jung gebliebenen Senioren. Was das hinreißende Ensemble dem hingerissenen Premierenpublikum vorgespielt hat und hoffentlich vielen tausend Fans noch vorspielen wird, reizt förmlich zum Nachspielen, ob im Kinder- oder im Klassenzimmer. [...] Und schließlich macht Hauke Berheides von Frederike Möller und Jörn Wegmann trefflich umgesetzte Komposition das Publikum vertraut auch mit experimenteller Musik, die die verschiedenen Figuren wie in einem musikalischen Märchen aus der Phantasie auf die Bühne zaubert." (WAZ Oberhausen, 12.10.2008) "´Der Herr Gevatter´ erinnert in seiner Stimmung an eine Mischung aus Kafka und Poe. Trotz dieser Überlagerung und Verbindung verschiedener Anspielungen und Symbole zerfällt das Stück nie. Es verirrt sich nicht in seiner Komplexität, sondern erzählt eine klare Geschichte. ‚Der Herr Gevatter‘ ist eine der spannendsten Musiktheaterpremieren der jüngsten Zeit." (Saarbrücker Zeitung, 22. Februar 2005) "Eine Kammeroper mit Studierenden der Robert-Schumann-Hochschule kam auf der Bühne der FFT Kammerspiele als ausgewachsenes Stück Musiktheater daher, professionell gelöst in jeder Hinsicht, gekonnt in der Ausführung. ... Der Rhythmus stimmt, die Konsequenz ist einleuchtend. ... Ein runder Abend." (Rheinische Post, 10. Juni 2005) "Fünf Absolventen und Studenten der Kompositionsklasse von Prof. Manfred Trojahn der Robert Schumann Hochschule für Musik in Düsseldorf erarbeiteten die Musik zu der Kammeroper „Der Herr Gevatter“, basierend auf Grimms gleichnamigem Märchen. Regisseurin Anna Malunat interessiert sich in ihrer Inszenierung vor allem für das Thema der Wahrnehmung: Wie ist unser Verhältnis zur Wahrnehmung von Wirklichkeit? Was ist Wirklichkeit? Die Märchenerzählung dient ihr dabei als Folie der Reflexion: die Überschreitung der Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit wird auf der Grundlage der Märchenhandlung zum zentralen Moment. Die Inszenierung entstand als Koproduktionen des Saarländischen Staatstheaters Saarbrücken mit der Bayerischen Theaterakademie August Everding und der Robert Schumann Hochschule für Musik in Düsseldorf und ist zugleich die Diplomarbeit der Regisseurin. Die Premiere war am Samstag, 19. Februar 2005 am Saarländischen Staatstheater Saarbrücken in der Alten Feuerwache." (Musiktheater heute, 2005)
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